Nach der AIDA ins Kloster – geht das?

Geplant war es schon vor meiner Reise und gleich vorweg, ja, es geht und war toll.

Ich wollte schon lange etwas mehr über Achtsamkeit lernen. Bei meinen Recherchen ergaben sich zwei Hauptrichtungen: die MBSR (Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion) von Kabat Zinn und die Achtsamkeitspraxis nach Thich Nhat Han.

Da meine ursprüngliche Planung in Nepal drei Wochen Kloster vorgesehen hatte, stand für mich schnell fest, ich möchte mehr über Achtsamkeit und Buddhismus erfahren. Hierfür habe ich das EIAB, das European Institute of applied Buddhism gefunden. https://www.eiab.eu/

Da ich gleichzeitig in meinen letzten acht Trainingswochen vor Nepal bin, war der passende Aufenthalt schnell gefunden. Ein viertägiger Wanderretreat in Waldbröl, 70 km östlich von Köln. Mit den Informationen: jeden Tag werden ca. 15 km gewandert und es gibt veganes Essen ging es am 28.9. gen Süden.

Um 17.00 sind wir angekommen, um 18.00 begann der Retreat mit dem Abendessen. Das man sich schweigend nimmt und wartet bis um 18.10 die Glocke das Essen (in Schweigen) einläutet konnten wir nur aus dem Verhalten der anderen erschließen. Das Essen selbst war sehr lecker, verschiedene Gemüse, Salate, rafiniert gewürzter Tofu und Suppe. Dazu verschiedenste Teesorten zum frisch aufbrühen. Nach dem Essen spült jeder sein Geschirr ab.

Um 19.30 lernten wir Bruder Phap Xa und Johannes kennen. Phap Xa leitete den spirituellen Anteil und Johannes die Wanderungen. Das er die Gegend als Förster wie seine Westentasche zu kennen schien war für uns beim wandern herrlich. Wir lernten unsere 33 Mitwanderer kennen und den Ablauf der nächsten Tage:

6.00 Aufstehen
6.30 Meditation
7.00 Körperübungen
7.30 Frühstück
8.30 Abholen unserer Picknickverpflegung
9.00 Einstimmung in die Wanderung
9.30 Treffen und Abmarsch
ca. 17.00 Rückkehr
18.00 Abendessen
19.30 Austausch
ab 21.00 Edles Schweigen
21.30 Abschließen der Häuser

Wer beim Lesen dieses Ablaufes Atemnot bekommt, dem sei gesagt, mir ging es genauso. Praktisch war alles viel entspannter.

Was jeder bis zum Frühstück tut – das ja immer noch früh ist, war freigestellt. Das Frühstück selbst besteht aus Haferbrei, verschiedenen Kernen (Kürbis, Sonnenblume…) Früchten oder Brot und Aufstrichen. Für unsere Picknickverpflegung bekamen wir jeder Lunchboxen und konnten auswählen: Basmatireis oder Bulgur, Tofu angemacht und wieder verschiedene Gemüse und Salat. Der gebackene, glasierte Kürbis war ein Traum 🙂 und die Äpfel und Birnen aus dem riesigen Obstgarten waren köstlich.

Bei der Einstimmung wurde kurz meditiert und jeden Tag ein Vorschlag für Meditationsthemen auf der Wanderung gemacht. Die Wanderungen selbst fanden in Schweigen statt. Nur bei den kurzen Zwischenpausen und der zweiten Hälfte der Mittagspause wurde gesprochen. Es ist schon eine ganz andere Erfahrung, mit 35 Leuten schweigend durch den Wald zu gehen als das laute Geschnatter eines Schulausfluges.

Beim abendlichen Austausch ging es um die Erfahrungen auf der Wanderung von Blasen, „ich kann nicht mehr“ bis zu Meditationserfahrungen und Kindheitserinnerungen die hervorgerufen wurden. Jeder darf etwas sagen, keiner muss. Anschließend gab es eine Meditation und eine Tiefenentspannung. Einige Mitwanderer haben diese mit melodischen Schnarchtönen untermalt.

Ab 21.00 wird bis nach dem Frühstück am nächsten morgen geschwiegen.

Dies ist nur ein grober Ablauf, jeder Tag hatte seine eigenen Schwerpunkte, klimatischen Herausforderungen und AHA-Erlebnisse.

Insgesamt konnten meine Freundin und ich sagen, dass der Aufenthalt a) sehr schön war, b) sehr sehr entspannend – trotz der Herausforderung von bis zu 20 km wandern jeden Tag und c) das wir uns weiter mit dem Thema beschäftigen möchten.

Um achtsam mit allen Kursteilnehmern umzugehen gibt es für dieses Kapitel keine Personenbilder bzw. nur von hinten sondern ein paar Eindrücke von Kloster und Landschaft.

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